82. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie mit Fortbildungsakademie
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POSTER Multiple Sklerose 3

Freitag, 25. September 2009, 12:30 - 14:30

Versorgungsstrukturelle Besonderheiten: Multiple Sklerose in der Region Hamburg

J. Koehler, A. Chan, J. Haas, H.-P. Hartung, U. Meier, G. Nelles, D. Pöhlau, N. Putzki, M. Stangel, L. Pieper, T. Ziemssen (Hamburg, Bochum, Berlin, Düsseldorf, Grevenbroich, Köln, Asbach, Essen, Hannover, Dresden)

Ziel des Beitrags ist die versorgungsstrukturelle Beschreibung der Region Hamburg bezüglich der Versorgung von Patienten mit Multiple Sklerose (MS). Die Region wurde mittels Gemeindeschlüssel definiert und umfasst 7 Stadtbezirke mit 105 Stadtteilen. Hamburg ist mit einer Fläche von 755,3 km^2 und 1.773.218 Einwohnern (EW) die zweitgrößte Stadt Deutschlands (Bevölkerungsdichte: 2.348 EW/km^2). Mit 656 Krankenhausbetten und ca. 220 Ärzten pro 100.000 EW liegt die Region über dem Bundesdurchschnitt von 616 Betten und 160 Ärzten und gilt damit als Versorgungsstarke Region.
Anhand einer detaillierten Übersicht zu stationären (u. a. Akutkliniken, Rehabilitationskliniken), ambulanten (u. a. MS Schwerpunktpraxen, Fachärzte für Neurologie) und anderen Versorgungsangeboten (u. a. Selbsthilfegruppen) wurden für die Region Hamburg die an der MS Versorgung beteiligten Einrichtungen erfasst und mithilfe von Experten auf dem Gebiet der MS-Forschung in einem iterativen Feedback-Prozess vervollständigt. Auf Grundlage der dementsprechend definierten Übersichten erfolgte anschließend durch alle MS Versorger in der Region eine Strukturbewertung der Versorgung anhand einer Befragung zu ausgewählten versorgungsbezogenen Merkmalen. Um trotz der Komplexität des Krankheitsbildes MS eine patientengerechte Therapie ermöglichen zu können, sind versorgungsstrukturell übergreifende und spezialisierte Behandlungsheuristiken, welche die Einbindung von sowohl ambulant als auch stationär tätigen Ärzten und Therapeuten verschiedenster Fachrichtungen einschließen, essentiell. Vielerorts sind diese Versorgungsmerkmale allerdings unbekannt, lückenhaft oder entsprechen nicht den aktuellen Versorgungsanforderungen. Dieser Beitrag berichtet im Rahmen der MS-Expert Studie lokale Ergebnisse der Befragung in der Region Hamburg. MS-Expert ist ein epidemiologischer Versorgungssurvey zu regionalen Besonderheiten in der Versorgungsstruktur von MS-Patienten und deren Angehörigen in insgesamt 14 ausgewählten Regionen Deutschlands. Die Zielsetzung des Surveys besteht sowohl in der Erfassung und Beschreibung des Behandlungsbedarfs als auch in der damit einhergehenden Identifikation von subjektiv berichteten Über-, Unter- und Fehlversorgungsaspekten bzw. strukturellen Verbesserungsmöglichkeiten.
MS-Expert wird durch einen „unrestricted educational grand“ der Firma Novartis Deutschland GmbH an die GWT-TUD unterstützt.