82. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie mit Fortbildungsakademie
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POSTER Multiple Sklerose 2

Freitag, 25. September 2009, 12:30 - 14:30

Fatigue, Kognition und Persönlichkeit bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose – eine Multicenterstudie

K. Kiltz, M. Lang, P. Flachenecker, H. Meissner, M. Freidel, H. Herbst, W. Hofmann, E. Schlegel, W. Elias, K. Gehring, U. Eckhardt, A. Bergmann, G. Reifschneider, S. Ries, H. Schreiber im Auftrag der Praxisstudiengruppe Multiple Sklerose

Ziel: Erfassung physischer, kognitiver und psychischer Dimensionen der Fatigue und deren Beobachtung im Langzeitverlauf bei schubförmiger Multipler Sklerose (RRMS)-Patienten mit und ohne Fatigue im Vergleich zu Kontrollen (Gesunde bzw. Patienten mit peripher-neurologischen Erkrankungen).
Methodik: Multicenter-Studie mit einer Querschnitts- (QS) und einer Längsschnittbeobachtung (LS) über 2 Jahre. Einschluss-kriterien bei Baseline: 18-50 Jahre, RRMS/ Mc Donald, Betaferontherapie >=3 Monate bzw. <=2 Jahre, EDSS 0-3,5, keine die Kognition beeinträchtigende Co-Medikation. Zur Baseline (QS) konnten 102 RRMS-Patienten (40m, 62f, MW Alter 38 Jahre) und 30 gematchte Kontrollpersonen (11m, 19f, MW Alter 36 Jahre) eingeschlossen werden. Das Datenprofil umfasste: klinische und behaviorale Parameter (Neurostatus, EDSS, MSFC, subjektive Symptome, Fatigue/WEIMuS), IQ (MWT-B), Lebensqualität (FAMS), neuropsychologische Dimensionen (Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung/TAP mit Alertness, geteilte Aufmerksamkeit (auditiv, visuell ), Flexibilität, exekutive Kontrolle, Daueraufmerksamkeit), visuell-räumliche und verbale Merkfähigkeit (VVM), Ablenkbarkeit, Ermüdung und Verlangsamung bei geistigen Prozessen und praktischen Tätigkeiten (FEDA), Arbeitsgedächtnis (PASAT), Krankheitsverarbeitung in Selbst- und Fremdbeurteilung (FKV-SE/FE), Depressivität (ADS-L), Schläfrigkeit (Epworth Sleepiness Scale/ESS), körperliche Aktivität (Godin Leisure-Time Exercise Questionnaire, GLTEQ) sowie Persönlichkeitsstruktur ( FPI-R).
Ergebnisse: Bei Studienbeginn (QS) unterschieden sich RRMS–Patienten von den Kontrollen signifikant in folgenden Bereichen: TAP (Flexibilität, exekutive Kontrolle, Daueraufmerksamkeit ), PASAT, FAMS, FKV, FPI-R, GLTEQ. Beim Subgruppenvergleich (RRMS+Fatigue vs RRMS-Fatigue) ergaben sich signifikante Unterschiede in Bildung, Beruf, EDSS, subjektive Symptom-baseline , TAP ( Alertness, geteilte Aufmerksamkeit auditiv), PASAT, FEDA, ADS – L FAMS, FKV, FPI–R, ESS und GLTEQ zuungunsten der Fatigue-Patienten, wobei vor allem kognitive Fatigue Defizite generierte.
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse belegen signifikante Zusammenhänge von klinischem Status, Schweregrad (EDSS), emotionaler Grundstimmung, Persönlichkeitsstruktur und Mechanismen der Krankheitsverarbeitung auf die Ausprägung von Fatigue bei MS-Patienten bereits in frühen Stadien der Erkrankung.