26. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie
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Postersitzung

Freitag, 23. September 2011, 12:00 - 13:30

Stroke Bedside Screening: Validität eines neuropsychologischen Screenings für Schlaganfall-Patienten in frühen Rehabilitationsphasen

S. Kaesberg, E. Kalbe, J. Kessler, G.R. Fink (Jülich, Vechta, Köln)

Fragestellung: Trotz steigenden Bedarfs sind bisher kaum Instrumente zur neuropsychologischen Diagnostik bei Schlaganfall-Patienten in den Rehabilitationsphasen B/C verfügbar. Mit dem Stroke Bedside Screening (SBS) wurde ein Verfahren entwickelt, das an die eingeschränkte Belastbarkeit dieser Patienten angepasst ist. Hiermit können in 30-45 Minuten die Domänen Testbarkeit, Orientierung, Sprache, Praxie, visuell-räumliche Leistungen, Zahlenverarbeitung, Gedächtnis, exekutive Funktionen und Stimmung überprüft und ihr Verlauf anhand von drei Parallelversionen (A,B,C) dokumentiert werden. Diese Studie beschäftigt sich mit der Evaluation psychometrischer Gütekriterien des SBS unter besonderer Berücksichtigung der Validität.
Methoden: Es wurden insgesamt 72 Patienten mit unilateralem Schlaganfall [SP; Alter 67.2 (12.9), Bildung 12.0 (3.2), 36 linkshemisphärisch] mit SBS-A getestet (Zielstichprobe N=144). Jeweils die Hälfte dieser Gruppe wurde mit SBS-B und C getestet. Zusätzlich wurden Validierungsinstrumente (NIHSS, Aphasie-Check-Liste, Goldenberg Apraxie Test, Bells Test, Line Bisection Test, CERAD, LPS-50+, ZRT, Corsi, HAWIE, ABCDS) bei je einem Drittel der SP angewandt. Weiterhin wurden 48 kognitiv unbeeinträchtigte orthopädische und kardiologische Patienten [KG; Alter 66.9 (12.1), Bildung 12.3 (2.7)] mit SBS-A untersucht. Verständlichkeit und Schwierigkeit der SBS-Items wurden für beide Gruppen erfasst. Die Parallelität der Versionen wurde anhand von Wilcoxon-Tests, die Validität des Instruments mithilfe nicht-parametrischer Korrelationen überprüft. Aktuell werden die Stichproben erweitert.
Ergebnisse: Die Anzahl der Items pro Subtest wurde von vier auf drei reduziert. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Parallelversionen festgestellt. Die Validitätsanalyse ergab signifikante Korrelationen für alle Subtests, insbesondere für die Domänen Benennen (.80**), Sprachverständnis (.88**), lautes Lesen (.75**), Schreiben (.84**), Wortflüssigkeit (.93**), Imitation Arm/Hand (.80**), Handlungsabfolgen (.75**), Zeichnen (.76**), kurz- (.84**) und mittelfristiges (.90**) Gedächtnis.
Schlussfolgerungen: Basierend auf der Zwischenauswertung erscheint das SBS als valides Instrument, das zur Testung von Schlaganfall-Patienten an der Bettkante sowie zur Dokumentation ihres Krankheitsverlaufs geeignet ist. Subtests der Bereiche Sprache, Praxie, Visuo-Konstruktion und Gedächtnis erscheinen besonders konstrukt-valide.