26. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie
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Postersitzung

Freitag, 23. September 2011, 12:00 - 13:30

Kognitives Basisniveau und Antrieb als Prädiktoren für den Trainingserfolg von Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom im neuropsychologischen Gruppentraining NEUROvitalis

A. Petrelli, S. Kaesberg, M.T. Barbe, L. Timmermann, J. Kessler, G. Baller, G.R. Fink, E. Kalbe (Vechta, Jülich, Köln, Bonn)

Hintergrund: Kognitive Beeinträchtigungen treten oft bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom (IPS) auf. Da sie die Lebensqualität der Patienten einschränken können, sind Maßnahmen zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten im Sinne einer ganzheitlichen Therapie sinnvoll. Bislang gibt es hierzu nur wenige, wenn auch vielversprechende Studien. Welche IPS-Patienten besonders von solchen Trainings profitieren, untersucht die vorliegende Studie.
Methode: 15 IPS-Patienten mit keinen oder nur leichten kognitiven Einschränkungen wurden mit dem neuropsychologischen Gruppentrainingsprogramm NEUROvitalis (NV) trainiert. NV besteht aus 12 Übungseinheiten à 90 Minuten (2x pro Woche, 3 - 8 Teilnehmer) und spricht besonders alterssensitive Domänen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und exekutive Funktionen an. Vor und nach der Trainingsteilnahme wurde eine neuropsychologische Testbatterie durchgeführt. Bisher wurden 15 IPS-Patienten mit NV (Alter 67.3 [4.5], Bildung 14.1 [4.4], 6 Männer, PANDA 22.5 [4.2]) trainiert. Es wurden Prä-Posttestvergleiche mit t-Tests für abhängige Stichproben sowie Effektstärken (Cohen´s d) berechnet. Für die Prädiktion des Trainingserfolgs wurden multiple lineare Regressionen gerechnet.
Ergebnisse: Mit NV trainierte IPS-Patienten profitierten im PANDA im kognitiven Gesamtniveau (d=.62, p<.05), im Arbeitsgedächtnis (d=.76, p<.05), im PDQ-39 in den Alltagsaktivitäten (d=.12, p<.05) und gaben weniger subjektiv erlebte Gedächtnisbeeinträchtigungen im MAC-Q an (d=.65, p<.05). Die Verbesserungen im kognitiven Gesamtniveau ließen sich am besten durch ein Modell vorhersagen (korr. R^2= .67), das Antrieb (FEDA: beta=.64, p<.01) und kognitives Gesamtniveau (PANDA: beta=.49, p<.05) vor dem Training einbezieht.
Diskussion: NV scheint sich als nicht-pharmakologische Intervention zur Steigerung kognitiver Funktionen bei IPS-Patienten zu eignen. Antrieb und kognitives Ausgangsniveau klären ca. 2/3 der Varianz des Trainingserfolgs im kognitiven Gesamtniveau durch NV auf. Patienten mit höherem Antrieb und schlechterem kognitiven Ausgangsniveau profitierten stärker.